Längst vorbei ist die Zeit, als Kürbis fast nur als Kürbissuppe auf den deutschen Tisch kam. Oder süß-sauer eingelegt, wie bei meiner Oma. Die kulinarische Welt ist so voll mit leckeren Kürbiskreationen!

Mit dem Kürbisaufstrich hatte ich euch eine kleine Extravaganz vorgestellt, jetzt habe ich ein Rezept für unverzichtbare Kürbis-Gnocchi für euch. Ich verwende Hokkaido-Kürbis wegen seines Aromas und der wunderbaren Farbe. Ihr könnt aber auch eine andere Kürbissorte verwenden, da die Schale sowieso entfernt wird.

In vielen Rezepten für Kürbis-Gnocchi, die ich gesehen habe, kommen Kartoffeln mit zum Einsatz, hier verzichten wir einmal darauf und konzentrieren uns ganz auf den Kürbis. Okay, streng genommen sind es so vielleicht keine Gnocchi, da die traditionell aus Kartoffeln gemacht werden. Dazu habe ich übrigens bereits hier ein Rezept veröffentlicht. Aber der Begriff Gnocchi ist gesetzlich nicht geschützt (soweit ich weiß), und die Herstellung ist ähnlich. Ihr könnt die kleinen Teilchen aber auch gerne „Kürbisnocken“ oder „Kürbisklößchen“ nennen.

Noch einen weiteren Variationsvorschlag habe ich: Oft wird werden die Gnocchi in Salbeibutter angeschwenkt. Dazu werden die klein geschnittenen Salbeiblätter kurz in der zerlassenen Butter angeschwenkt. Was haltet ihr davon, die fein geschnittenen Salbeiblätter vorher separat in heißem Fett kross zu frittieren und sie dann beim Anrichten über die gebutterten Gnocchi zu geben? Also ich find‘s genial!

Zutaten für die Kürbis-Gnocchi

(für 4-6 Personen)

  • 1.200 g Hokkaido-Kürbis (brutto mit Schale)
  • 200 g Weizenmehl Type 405
  • 200 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier Größe L
  • 3 Esslöffel Sahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • nach Geschmack Muskatnussabrieb
  • Salz für das Kochwasser
  • 80 g Butter
  • Nach Belieben frittierte Salbeistreifen
  • Nach Belieben geriebener Parmesan

Zubereitung der Kürbisnocken

Den Kürbis aufschneiden und die Kerne mithilfe eines Esslöffels entfernen. Den Kürbis dann in Schnitze schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-/Unterhitze für etwa 30 Minuten backen, bis das Fleisch weich ist.

Kurz etwas abkühlen lassen, die Schale entfernen und das Kürbisfleisch pürieren oder durch ein nicht zu feines Sieb streichen (Alternativ lässt sich dazu vermutlich auch gut eine „flotte Lotte“ benutzen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert).

Die Masse mit dem Mehl, dem Grieß, den Eiern und der Sahne vermengen und kräftig würzen. Je nach Feuchtigkeit des Kürbisfleisches kann es nötig sein, noch ein wenig Mehl zu ergänzen, damit die Gnocchi-Masse formbar wird.

In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen und salzen.

Mit zwei Löffeln (Tee- oder Esslöffel je nach gewünschter Größe der Gnocchi) Nocken abstechen und ins leicht siedende Wasser gleiten lassen. Bitte nicht alle auf einmal, sondern in mehreren Portionen, damit sie nicht im Topf aneinanderkleben.

Wenn die Gnocchi an die Oberfläche kommen, noch für 2-3 Minuten ziehen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und zur Seite stellen, bis alle Gnocchi gegart sind.

Die Butter in einem Topf oder einer Pfanne erhitzen und die Gnocchi darin anschwenken.

Beim Anrichten nach Belieben mit geriebenem Parmesan und frittiertem Salbei bestreuen.

Die Gnocchi können wunderbar als Hauptspeise mit einem grünen Salat dazu serviert werden oder man reicht sie als Beilage zu einem Gulasch oder anderem Gericht.